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Das Frobenius-Institut

Das Frobenius-Institut ist eine rechtlich eigenständige Forschungseinrichtung an der Goethe-Universität in Frankfurt. Es befasst sich weltweit mit der Erforschung kultureller Diversität und anthropologischen Kongruenzen in Vergangenheit und Gegenwart. Das Frobenius-Institut sieht seine Aufgaben darin, kulturanthropologisches Wissen zu erweitern und über den wissenschaftlichen Dialog einen reflektierten Umgang mit kultureller Differenz zu fördern. Um diese Ziele zu erreichen, führt das Frobenius-Institut regelmäßig empirische Feldforschungen auf der ganzen Welt durch, bearbeitet und erweitert seine umfangreichen Archive und Sammlungen, publiziert über eigene Reihen und die Zeitschrift „Paideuma“ wissenschaftliche Erkenntnisse, fördert eine fundierte Reflexion der Fachgeschichte und kuratiert weltweit Ausstellungen zu einer Vielfalt von Themen. Das Frobenius-Institut setzt sich für einen ethischen Umgang mit Artefakten ein und widmet sich in diesem Zusammenhang auch der Erforschung der Herkunft und Besitzverhältnisse von Objekten.  

Aufgrund der Geschichte des Instituts liegt ein Schwerpunkt der Forschung auf kulturanthropologischen Studien zu Afrika. So führt das Institut seit Jahrzehnten Studien in Äthiopien durch, verfügt über eine einzigartige Sammlung an Felsbildmalereien aus der Sahara und dem südlichen Afrika, betreut ein Fotoarchiv mit ca. 60 000 Aufnahmen aus den Forschungsreisen von Leo Frobenius und veranstaltet Ausstellungen in verschiedenen afrikanischen Ländern. Weitere regionale Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahrzehnten ergeben, etwa durch ethnographische Studien in Ozeanien und Südostasien, vor allem zu Prozessen der kulturellen Aneignung, zur kulturellen Fremd- und Selbstwahrnehmung und zu religionsethnologischen Themen. Seit 2017 hat das Frobenius-Institut unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Hardenberg seine Forschung auf Süd- und Zentralasien erweitert und befasst sich verstärkt mit der kulturellen Wertschöpfung von religiösen Ressourcen. Für drittmittelgeförderte Projekte bietet das Frobenius-Institut einen geeigneten fachlichen und institutionellen Rahmen für relevante kulturanthropologische Forschungen weltweit.

Neben seinen empirischen Forschungen stellen die umfangreichen Sammlungen und Archive ein Charakteristikum des Institutes dar. Dadurch ergibt sich ein Schwerpunkt auf materielle und visuelle Kultur sowie eine besondere Affinität zu ethnologischen Museen und ihren Fragestellungen. Mit der systematischen Archivierung und Erschließung von ethnologischen Nachlässen verfügt das Frobenius-Institut über eine hervorragende Möglichkeit, die eigene Fachgeschichte anhand von konkretem Text-, Bild- und Objektmaterial mit einer diachronen Perspektive zu verbinden. Die Erschließung, Digitalisierung und Präsentation der Sammlungs- und Archivbestände über Online-Kataloge erreicht breite Nutzerkreise und stellt eine im deutschsprachigen Raum einmalige Informationsinfrastruktur dar.

Mit der wissenschaftlichen Reihe „Studien zur Kulturkunde“ sowie der Fachzeitschrift „Paideuma“ erfüllt das Frobenius-Institut seine Forums- und Diskursfunktion für kulturanthropologische Forschung. Diesem Zweck dient auch die seit 1997/98 jährlich stattfindende A.E. Jensen Gedächtnisvorlesung, zu der namhafte Wissenschaftler*innen aus dem In-und Ausland eingeladen werden. Durch die Unterstützung der Frobenius-Gesellschaft ist es dem Institut möglich, jedes Jahr einen Forschungsförderpreis für herausragende Dissertationen zu verleihen und damit Nachwuchsförderung zu betreiben.