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lvf_portrait8b_250Leo Frobenius wurde 1873 als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Ohne Abiturabschluss, absolvierte er eine Kaufmannslehre in Bremen und arbeitete als Volontär an den völkerkundlichen Museen in Bremen, Basel und Leipzig. Als seine zu jener Zeit unorthodoxe Dissertation über die afrikanischen Geheimbünde von einer deutschen Fakultät verworfen wurde, wandte er sich von den Universitäten ab. Sein erstes wissenschaftliches Werk über den "Ursprung der afrikanischen Kulturen" erschien 1898. Im selben Jahr gründete er das "Afrika-Archiv" in Berlin.

1904 unternahm Frobenius seine erste Forschungsreise, die ihn ins Kasai-Gebiet (Kongo) führte. Dem folgten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges Reisen in den West-Sudan und Zentral-Sudan sowie nach Nord- und Nordost-Afrika (s. Forschungsreisen des Frobenius-Instituts).

1920 übersiedelte das "Afrika-Archiv" nach München und wurde fortan unter dem Namen "Institut für Kulturmorphologie" weitergeführt. Erst mit der Übersiedlung nach Frankfurt im Jahre 1925 gewann Frobenius eine gesicherte finanzielle Grundlage für sein Institut, das bis dahin mit privaten Mitteln unterhalten wurde. 1932 wurde er Honorarprofessor an der Universität Frankfurt und 1935 in Personalunion Direktor des Städtischen Museums für Völkerkunde. In seiner Frankfurter Zeit organisierte er fünf weitere Forschungsreisen nach Afrika (Sahara, Süd-Afrika), die vor allem die Dokumentation von Felsbildern zum Ziel hatten.

Frobenius starb 1938 in Biganzolo (Lago Maggiore/Italien). Seit 1946 trägt das Institut den Namen seines Gründers.

Frobenius war einer der führenden Ethnologen seiner Zeit und schon zu Lebzeiten heftig umstritten. Allgemeine Anerkennung findet seine Sammlung ethnographischer Daten und mündlicher Traditionen sowie die umfassende Dokumentation afrikanischer Felsbilder, in denen er eine Art "Bilderbuch der Kulturgeschichte" sah. Die Ergebnisse seiner Forschungsreisen fanden Niederschlag in zahlreichen Publikationen. Ein großer Teil seiner Feldnotizen und die Bilddokumente, die von seinen Reisebegleitern geschaffen wurden (Zeichnungen, Aquarelle, Fotos), sind erhalten und werden in den Archiven des Frobenius-Instituts betreut.

Als einer der ersten Europäer erkannte Frobenius die Geschichtlichkeit der afrikanischen Kulturen, die man noch nach ihm gern als "geschichtslos" bezeichnete, und er anerkannte gleichzeitig ihre prinzipielle Gleichwertigkeit. So wurde er zu einem Kronzeugen der "Négritude", deren Protagonisten um die Wiedergewinnung eines kulturellen Selbstbewusstseins der Afrikaner bemüht waren.




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