frobenius logo 06

Prozesse der Indigenisierung des Katholizismus in Ostindonesien

Projektleiter: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, wissenschaftlicher Mitarbeiter: Andreas Türk

Laufzeit: 01. Oktober 2005 bis 30. September 2007

 

Auf der ostindonesischen Insel Sumba hat sich das Christentum nach einer gut hundertjährigen Entwicklung als Religion der Mehrheit etabliert. Die Weltreligion hat sich vermittels eines längeren Prozesses zum dominanten religiösen System herausgebildet und dabei die frühere lokale Religion verdrängt.

Vorläufiges Ergebnis dieser Entwicklung ist eine spezifische Erscheinungsform des Christentums, deren Gestalt sich aus verschiedenen Quellen speist. In einem Prozess der Anpassung an den ostsumbanesischen Kontext erfolgte eine Synthese verschiedenster Elemente, welche die dominierenden Kräfte reflektieren, denen die heutige ostsumbanesischeGesellschaft ausgesetzt ist. Das sind vor allem ein christlicher Universalismus, ein indonesischer Nationalismus und ein kultureller Regionalismus.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist ein mehrmonatiger Feldforschungsaufenthalt in Ostsumba. Durch ihn soll ein Zugang zu den genannten Einflussfaktoren gewonnen werden. Im Blickpunkt steht dabei die religiöse Praxis. Analysiert werden diverse religiöse Handlungen, verbale Äußerungen oder komplexere Zeremonien und Rituale. Insgesamt geht es darum, Religion als historisch und regional bedingte Konstellation zu betrachten, deren Gestalt sich je nach Kontext variabel ausprägt.


Das Projekt knüpft an vorhergehende Untersuchungen von Dr. Susanne Schröter an, die sich mit der spezifischen Situation des Katholozismus auf Flores auseinandersetzte. Es versucht die dort gewonnenen Erkenntnisse durch das Hinzuziehen eines weiteren lokalen Kontextes zu erweitern und weiter zu verallgemeinern.