frobenius logo 06

Ethnographisches Bildarchiv

Das Archiv ist eine weltweit angelegte Dokumentation zu materieller Kultur, Kunst und Architektur, zum rituellen Leben, zur Ökonomie u.v.a.m. Der Gesamtbestand umfasst gegenwärtig fast 30.000 historische Illustrationen aus fünf Kontinenten, wobei der regionale Schwerpunkt Afrika dominiert. Der überwiegende Teil des Materials wurde von eigens engagierten Zeichnern während der zahlreichen Expeditionen des Frobenius-Instituts in den Jahren 1904 – 1965 angefertigt. Die ältesten Sammlungsbestandteile stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 600p 0439 d100 20061011-01 korrDie Schwerpunkte der spezialisierten Bildersammlung liegen bei materieller Kultur, Kunst und Architektur, dem rituellen Leben, der Ökonomie u.v.a.m. Der einzigartige Bestand ist das Ergebnis einer institutionellen Sammel- und Dokumentationstätigkeit, die 1898 begann und 1938 nach dem Tod des Institutsgründers, Leo Frobenius, fortgeführt wurde. Zu den Besonderheiten der von Frobenius geleiteten Forschungsexpeditionen zählt der große Wert, der auf visuelle Dokumentationsformen gelegt wurde. Begleitet von einem Team von Ethnografen, Zeichnern und Fotografen und geleitet von der Vorstellung, dass die alte Kultur Afrikas zwangläufig dem Untergang geweiht sei, versuchte er das "alte Afrika" möglichst flächendeckend und systematisch zu dokumentieren. Zum Teil namhafte Künstler wie Carl Arriens, Hans Martin Lemme, Alf Bayrle oder Albert Hahn schufen so eine im europäischen Raum einmalige Sammlung von Bilddokumenten. Ergänzt wurden die Bestände durch Schenkungen und Ankäufe weiterer Sammlungen. Die frühesten Bilddokumente stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Das ethnographische Bildarchiv setzt sich aus folgenden Teilbeständen zusammen:

  • Die eigentliche so genannte Bildersammlung mit über 8.700 Originalzeichnungen, Tusche und Bleistiftskizzen, Aquarellen, Gouachen, Ölbildern und Fotografien unterschiedlichen Formats (18x25, 25x35, 30x40, 48x65, 70x95 cm). Die Bilder betreffen regional vorrangig Afrika, Ozeanien und Australien. Bestandteile dieser Sammlung sind auch historische Illustrationen indigener Künstler aus den jeweiligen Forschungsregionen. 600p 0526 m-cu66-199xxxxx 2400dpi 20070115 twk cut
  • Die Bildkartei: knapp 20.000 Bilder einer nach 96 Themenbereichen (von "Architektur" bis "Wurfeisen") gegliederten, kleinformatigen Bildkartei. Überwiegend handelt es sich um künstlerisch hochwertige Originalzeichnungen (vor allem Tusche, Bleistift, Rötel) von materieller Kultur, Kunst, Architektur und Körperdekoration, die umfassend regionale Spezifika wie lokal-historischen Wandel dokumentieren.
  • Sechs kleinere, sehr bedeutende Sondersammlungen, u. a. Originalzeichnungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts der berühmten Afrikareisenden Georg Schweinfurth (1836-1925) und Hyacinthe Hecquard (1814-1866) sowie des Malers Johann Martin Bernatz (1802-1878).


Die ethnographische Bildersammlung des Instituts war von jeher Gegenstand eines regen wissenschaftlichen wie künstlerischen Interesses. Anders als noch zu Frobenius' Zeiten, der die Bildersammlung anlegte, um seine (schon damals umstrittenen) kulturmorphologischen Theorien zu bestätigen, ist das Bildmaterial heute für eine visuelle Ethnologie wertvoll, die jedes Bilddokument in seinem historischen und kulturellen Kontext verortet und es zusammen mit den verfügbaren schriftlichen Quellen und - ergänzt durch eine kritische Hinterfragung des Entstehungskontextes - in seinen Gesamtzusammenhängen zu analysieren sucht.

Ausstellungen des Bildmaterials gab es u.a. 2008 in Musée National in Ouagadougou, Burkina Faso sowie  2010-11 in Abuja sowie fünf weiteren nigerianischen Städten. 600p 0564 m-cu66-19960328 2400dpi 20070115 twk

 In den Jahren 2006-2009 wurden die Bestände im Rahmen des DFG-Projekts "Digitalisierung und Erschließung der Ethnographischen Bildersammlung des Frobenius-Instituts" neu bearbeitet.

Das ethnographische Bildarchiv ist in Form einer Bild-Datenbank über Internet zugänglich.

Informationen zur Bildbestellung

Ansprechpartner: Dr. Richard Kuba

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button