Salvage Crops, “Savage” People: A Comparative Anthropological and Archaeobotanical Investigation of Millet Assemblages in India

Bild 77 Salvage Crops korrProjektleitung: Prof. Dr. Peter Berger (Ethnologe), Prof. Dr. René Cappers (Archäobotaniker), beide Universität Groningen

Projektmitarbeiter: Dr. Sofia (Sonja) Filatova, N.N., N.N.

Laufzeit: Sommer 2021 bis Sommer 2025

Förderung: Niederländische Forschungsgemeinschaft (NWO)

Projektpartner: Prof. Dr. Roland Hardenberg (Frobenius-Institut an der Goethe Universität), ActionAid, Sharanya Nayak (MA Soziologie), Indian Institute of Millets Research (IIMR), Prof. V. Tonapi (Direktor), Indian Institute of Technology, New Delhi (IITD), Dr. R. Kumar (Soziologie & Politikwissenschaften), Nabakrushna Choudhury Centre for Development Studies (NCDS), Odisha Millet Mission Project, Bhubaneswar, Prof. S. Mishra (Direktor)

Fördervolumen: ca. 746.000 Euro (vier Jahre)

Das Frobenius-Institut ist an diesem Projekt als wichtigster wissenschaftlicher Kooperationspartner beteiligt. Die beiden ethnographischen Fallstudien des Projekts beinhalten langfristige Feldarbeit in zwei Gemeinschaften in Odisha, die unterschiedliche traditionelle Anbausysteme anwenden. Die erste Studie behandelt jene indigenen Gemeinschaften (Adivasi), die das bergige Hochland bewohnen und Wanderfeldbau praktizieren. Es handelt sich dabei um einen extensiven Mehrfachanbau, d.h. verschiedene Hirsearten werden neben Hülsenfrüchten, Wurzeln und Früchten auf demselben Feld angebaut. Hirsen sind für diese Gemeinschaften das wichtigste Grundnahrungsmittel. Anders ist die Situation auf dem Koraput-Plateau in Odisha, dem Ort des zweiten ethnographischen Teilprojekts. Hier sind Hirsen und verschiedene Reissorten komplementäre traditionelle Grundnahrungsmittel, die auf unterschiedliche Weise angebaut werden. Während Hirsen auf permanenten Trockenfeldern kultiviert werden, erlauben die spezifischen ökologischen Bedingungen des Plateaus den Nassreisanbau in terrassierten Flussbetten. Während Reis bei den Wanderfeldbauern im bergigen Hochland eine neue Kulturpflanze ist, ist der Reisanbau auf dem Plateau eine uralte Praxis und zusammen mit dem Hirsenanbau tief in Ritual und Weltanschauung verwurzelt.