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Schon vor Beginn des Digitalisierungsprojekts war deutlich, dass die Datenbank und ihr Zugang über OPAC nur über eine einheitliche Softwarelösung zu realisieren sei. Gleichzeitig sollten die am Frobenius-Institut bereits eingeführte und bewährte Software-Programme einbezogen und ausgebaut werden.
Unter dieser Maßgabe erfolgte die Wahl von Faust als Datenbanksoftware für die im Aufbau befindliche Bilddatenbank des ethnographischen Bildarchivs. Die Bilddatenbank-Software Faust der Firma Land Software wird bereits seit 1998 mit guten Ergebnissen für das Fotoarchiv des Frobenius-Instituts eingesetzt (Steigerwald 2003). Darüber hinaus erlaubt diese Software die Integration mit weiteren, bereits bestehenden Datenbanken und Zugriffssystemen am Frobenius-Institut. Namentlich der Katalog der Völkerkundlichen Bibliothek.
Der Online-Zugriff auf Faust-Datenbanken wird über die Faust iServer-Software sichergestellt. Diese Schnittstelle wird bereits seit 2004 auf dem institutseigenen Internet-Server eingesetzt und gewährleistet seither den Zugriff externer Nutzer auf den OPAC der Völkerkundlichen Bibliothek

Alle für die Präsentation und Recherche per Browser notwendigen Elemente generiert der Faust iServer aus den Festlegungen, die für die Faust-Datenbank  des Bildarchivs bzw. der Bibliothek schon getroffen sind. Jedes einzelne Feld kann für den Online-Betrieb freigegeben oder gesperrt werden. So lassen sich etwa interne Vermerke zur Erfassung und Bearbeitung, die nicht von öffentlichem Belang sind, sperren. Auch einzelne Datensätze („Objekte“), etwa sensible Bilder heiliger und geheimer Rituale, lassen sich ggf. einzeln sperren. Gleiches gilt für ganze Sammlungsbestandteile („Objektkategorien“), die etwa noch in der Bearbeitung befindlich sind.
Der Faust iServer erlaubt damit eine, den Bedürfnissen der Sammlung angepasste OPAC-Oberfläche mit integrierten benutzerfreundlichen Hilfetexten für jedes einzelne Feld der Suchmaske. Die Oberfläche berücksichtigt dabei die Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) für Stufe 2. Eine englischsprachige Oberfläche der Datenbanken wurde ebenfalls implementiert. Ebenso lassen sich die mehrsprachigen Sach- und Material-Thesauri (Deutsch und Englisch) nutzen. 

 

Eingebunden ist ein leichtverständ­licher Hilfe-Text mit Screenshots, der in die Möglichkeiten der Recherche, der Sortierung des Ergebnisses und des Downloads einführt. Für die Online-Recherche in der Faust-Bilddatenbank werden folgende Rechercheinstrumente angeboten:

  • Volltext
  • Geographische Suche (Kontinent, Land, Region, Ort, Ethnische Gruppe)
  • Thesauri (Ethnische Einheiten, Politische Einheiten, Region, Material, Sach-Schlagworte)
  • Erweiterte Suche (Kombination von: Volltext, Land, Ethnische Einheiten, Entstehungs­datum, Expedition, Bildautor, Abgebildete Person und Bildtechnik)
  • Zusätzlich lassen sich die fünf Thesauri sowie neun Indexlisten (Ort, Kontinent, Register-Nr., Expedition, Reiseziel, Bildautor, Bildtechnik, Publikation, Abgebildete Person) browsen.
Insbesondere die hierarchisch tief gestaf­felten Thesauri sind ein mächtiges Rechercheinstrument. Die Thesauri erlauben die polyhierarchische Verknüpfung der einzelnen Schlagworte sowie die Eingabe von Synonymen und Bezeichnungen in anderen Sprachen, die automatisch in die Recherche mitein­bezogen werden. Jedes Ergebnis lässt sich durch neue Suchaufträge weiter eingrenzen. Zur schnel­len Orientierung ist die Anzeige einer größeren Bilderzahl in einer knickbaren Thumbnail-Galerie möglich. Verschiedene Ansichtsmodi erlauben zudem Detailansich­ten der Bilder bis zu einer maximalen Größe von 700 Pixel Breite. Zur Wahrung des Copyrights wird automatisch ein entsprechender Vermerk als Wasserzeichen in der Großbildansicht generiert.

Rechercheergebnisse können nach verschiedenen Kriterien sortiert werden:
  • Geographisch
  • Nach ethnischen Gruppen
  • Nach Register-Nummern
  • Chronologisch

Einzelne Bilder oder auch umfangreichere Rechercheergebnisse mit bis zu 100 Dokumenten lassen sich in einem Sammel- bzw. Download-Korb zusammenstellen und als PNG(ausschließlich Bilder in einer ZIP-Datei) oder als PDF-Datei (integrierte Bild-Text-Ausgabe) herunterladen. Einzelne Datenbank-Dokumente können in die Favoritenliste des Browsers übernom­men werden und sind somit schnell auffindbar. Unter dem Menüpunkt „Themen“ sind mehrere thematisch interessante Suchergebnisse voreingestellt.

Seit Dezember 2009 ist die Bilddatenbank unter der URL https://bildarchiv.frobenius-katalog.de/ online recherchierbar.

 

Literatur:
Steigerwald, Peter (2003), „Zur Einbindung des Bildmaterials in die Archiv-Datenbank des Frobenius-Instituts: Voraussetzungen und bisheriger Verlauf“, in: Andreas Martin (Hg.). Digitale Bilderwelten: Zur elektronischen Erschließung von Bildsammlungen. Leipzig: Thelem Univ.-Verlag, S. 85-92.

  • Das Institut wurde 1898 von Leo Frobenius in Berlin als "Afrika Archiv" gegründet.
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  • Das Frobenius-Institut organisiert zwei jährlich wiederkehrende Veranstaltungen: die Jensen-Gastvorlesung und den Frobenius-Vortrag.
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  • Das Frobenius-Institut führt regelmäßig empirische Feldforschungen auf der ganzen Welt durch ...
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