Im Jahre 1898 gründete Leo Frobenius (1873–1938) in Berlin das "Afrika Archiv" als private Stiftung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es nach München verlegt, wo 1920 das "Forschungsinstitut für Kulturmorphologie" entstand. Im Jahre 1925 übersiedelte dieses Institut nach Frankfurt am Main und wurde der Johann Wolfgang Goethe-Universität angegliedert, an der Frobenius einen Lehrauftrag für Kultur- und Völkerkunde erhielt. Im Jahre 1934 wurde er auch Direktor des Städtischen Museums für Völkerkunde. Seit 1946 trägt das Frobenius-Institut den Namen seines Gründers. Die durch Personalunion des Direktors gegebene Einheit der völkerkundlichen Institutionen in Frankfurt am Main wurde 1966/67 aufgelöst.

 1946-1965: Prof. Dr. A. E. Jensen

1965–1966: Prof. Dr. Carl A. Schmitz

1968–1992: Prof. Dr. Eike Haberland

1996-2016: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl

seit 2017: Prof. Dr. Roland Hardenberg

Leo FrobeniusDer traditionelle Schwerpunkt der Arbeit des Frobenius-Instituts lag auf der Erforschung afrikanischer Kulturen und Geschichte. Obgleich Afrika auch immer im Zentrum von Frobenius’ eigenen Forschungen stand – zwischen 1904 und 1935 hatte er insgesamt zwölf Expeditionen in das Innere des Kontinents unternommen, ethnographische und historische Daten, mündliche Überlieferungen, materielle Kulturobjekte und Felsbildkopien gesammelt – waren seine regionalen und theoretischen Interessen jedoch entschieden breiter. Von Anfang an hatte er auch die Untersuchungen der Institutsmitglieder unterstützt, die Felsbilder in Spanien, Italien, Frankreich und Skandinavien aufnahmen und Forschungen auf der Arabischen Halbinsel, in Indien, Südostasien, Melanesien und Australien betrieben.

Die Berücksichtigung der Kulturen aller sogenannten Naturvölker entsprach dem universalen Ansatz von Frobenius’ kulturmorphologischer Theorie. Unter der Leitung von Ad. E. Jensen (1946–1965) wurde diese Tendenz noch verstärkt: Von den zehn Forschungsreisen des Frobenius-Instituts, die unter seiner Ägide zwischen 1950 und 1964 unternommen wurden, führten drei nach Süd- und Mittelamerika, eine nach Indien, und drei in den ozeanischen Raum, aber nur noch drei nach Afrika.

Eine erneute Konzentration auf afrikanische Kulturen und Geschichte fand dagegen statt, als Eike Haberland im Jahre 1967 die Leitung des Instituts übernahm. Sie führte unter anderem zu einer maßgeblichen Beteiligung des Instituts an der Einrichtung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs "Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne", in dem bis Dezember 2002 über 50 Ethnologen, Linguisten, Geographen, Prähistoriker, Archäologen und Botaniker tätig waren.

Zur Zeit wird wieder eine Erweiterung des geographischen Radius der Forschungsarbeiten des Instituts insbesondere um Ostindonesien und Ozeanien angestrebt, Gebiete, in denen vor allem unter Ad. E. Jensen und C. A. Schmitz Forschungen initiiert worden waren.




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