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Fotografien

Die Bilddatenbank des Frobenius-Instituts enthält fast 4000 Fotos von verschiedenen Indien-Expeditionen, die in einem Zeitraum von 1955 bis heute entstanden sind. Die Aufnahmen wurden im hauseigenen Foto-Labor digitalisiert und aufgearbeitet und liegen somit in einer hochauflösenden, digitalen Form vor.

Über die Bild-Datenbank des Frobenius-Instituts kann eine Reihe von Bilddokumenten recherchiert werden, die dem Mittel-Indien-Archiv (MIA) zugeordnet sind. Einige Fotos sind jedoch aus Gründen des Datenschutzes nicht online, können aber bei einem Besuch des Frobenius-Instituts persönlich besichtigt werden (bitte kontaktieren Sie vorab: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.)

 

 Hermann Niggemeyer wwwFoto: Frobenius InstitutZur Sammlung gehören die Fotografien von Hermann Niggemeyer (Frobenius-Institut, Frankfurt am Main) aus den Jahren 1955 bis 1956. Die meisten dieser fast 70 Fotos wurden im Phulbani-Distrikt von Odisha (damals Orissa) aufgenommen und zeigen Kuttia Kond sowie Pano bei verschiedenen alltäglichen Aktivitäten sowie bei festlichen Anlässen, insbesondere beim wichtigen Büffelopfer (Meria). Viele dieser Bilder sind auch in seiner großen Ethnographie (1964) abgedruckt.

Niggemeyer, Hermann (1964). Kuttia Kond. Dschungel-Bauern in Orissa (Klaus Renner Verlag).

 

 

 

Ausschnitt aus einem GruppenfotoFoto: Frobenius-InstitutAuch der fotografische Nachlass von Georg Pfeffer (Universität Heidelberg, seit 1995 Freie Universität Berlin) konnte in die Datenbank des Mittel-Indien-Archivs aufgenommen werden. Georg Pfeffer unternahm seit Anfang der 1980er Jahre zunächst mehrere längere Forschungsreisen nach Odisha, vor allem in das Stammeshochland, und später (bis etwa 2004) fast jährlich für kürzere Zeiträume. In dieser Zeit entstanden etwa 1000 Dia-Aufnahmen, die dem Frobenius-Institut nach seinem Tod (20. Mai 2020) von seiner Familie geschenkt wurden. Seit 2022 werden diese Dias von Peter Steigerwald digitalisiert und in die Datenbank eingepflegt. Die Dias zeigen viele Facetten des täglichen und religiösen Lebens verschiedener mittelindischer Stammesgesellschaften (wie Bondo, Dongria Kond, Didaye, Gadaba, Kharia, Koya Gond, Pano) in den Distrikten Koraput, Rayagada und Phulbani. Besonderes Augenmerk legte Georg Pfeffer auf die Dokumentation des großen Ahnenrituals (gotr) der Gadaba, das er u.a. 1987 und 1988 mit zahlreichen Fotos dokumentierte. Darüber hinaus enthält sein Nachlass auch Fotografien aus der Küstenregion von Orissa, wo Georg Pfeffer in den 1970er Jahren im Rahmen des 1. Orissa-Projektes (DFG-Gefördert) über die Shasana-Brahmanen forschte. Georg Pfeffer hat seine Fotografien fast nie veröffentlicht, weil er sie nicht für qualitativ hochwertig hielt. Die in der Datenbank des Frobenius-Instituts erhaltenen Fotografien sind daher die einzigen vorhandenen Zeugnisse seiner Dokumentation der mittelindischen Bevölkerungen.

Pfeffer, Georg (2019). Lewis Henry Morgan's Comparisons: Reassessing Terminology, Anarchy and Worldview in Indigenous Societies of America, Australia and Highland Middle India (Berghahn Books).

 

 Peter Berger wwwFoto: Elmer SpaargarenDas Mittel-Indien-Archiv des Frobenius-Instituts enthält auch mehr als 3000 Fotografien, die Peter Berger (Freie Universität Berlin, seit 2007 Universität Groningen) während seiner Forschungen in Indien in den Jahren 1999-2004 gemacht hat. Einige Fotos wurden von seiner Frau Amrei Volkmann aufgenommen. Fast alle Bilder stammen aus der Region Koraput im südlichen Odisha, dem Stammesgebiet, auf das sich Bergers Forschung konzentriert. Das Koraput-Plateau ist Teil der Eastern Ghats, und in dieser Region sind verschiedene Gemeinschaften beheimatet. Berger hat vor allem mit den Gutob Gadaba gearbeitet, aber die Bilder zeigen auch Angehörige anderer Gemeinschaften, wie die Dombo (Kleinhändler, Musiker und formell Weber), Goudo (Hirten), Mali (Gärtner), Rona (Ackerbauern, formell königliche Miliz), Kamar (Schmiede) und Kumar (Töpfer) sowie andere Stammesangehörige, die wie die Gadaba wirtschaften, nämlich Parenga und Joria. Die Fotografien dokumentieren vor allem lokale Rituale und Feste, zeigen aber auch viele Aktivitäten des täglichen Lebens, zum Beispiel wirtschaftliche Praktiken oder den Bau von Häusern.

Bergers Monografie mit dem Titel "Feeding, Sharing and Devouring: Ritual and Society in Highland Odisha, India" (de Gruyter 2015) bietet detaillierte ethnografische Beschreibungen zu den oben genannten Themen und Gemeinschaften. Die Bildunterschriften der Fotos verweisen gelegentlich auch auf dieses Buch ("FSD, Seitenzahl"), um den Zugang zu den ethnografischen Daten zu erleichtern.

 

Die Fotografien wurden von Peter Steigerwald digitalisiert.