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Reclaiming Narratives: Erforschung indigener Konzepte und transformativer Handlungsfähigkeit durch Filmrestitution und Found-Footage-Filmproduktion

FoA 27 KB031 08 cFI sw

Projektleitung: Dr. Sophia Thubauville

Projektmitarbeiter: Igor Karim (PostDoc)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Förderzeitraum: Juni 2025 - Mai 2028

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Das Frobenius-Institut beherbergt eine Filmsammlung aus veröffentlichtem und unveröffentlichtem Material, das bei weltweiten Forschungsexpeditionen im frühen zwanzigsten Jahrhundert entstanden ist. Da es sich hier um lange Feldforschungen in Regionen mit spärlicher Filmdokumentation handelt, repräsentierten die Bilddaten nicht nur wertvolles historischesund biografisches Material für die Herkunftsregionen, sie sind auch von hohem ethnologischem Interesse.Trotz des historischen Wertes der Aufnahmen folgte die wissenschaftliche Filmproduktion innerhalb der ethnologischen Forschung meist den Rationalitäten und epistemischen Werten ihrer Zeit sowie einem ähnlichen narrativen Muster: Die gefilmten Ereignisse sind ahistorisch, die gefilmten Subjekte haben weder Namen noch persönliche Biografien, und sie sprechen nicht zur Kamera. Statt dessen führen sie lediglich Arbeitstechniken, Rituale oder Tänze aus, wie es den formalen und technischen Vorgaben des ehemaligen Institutes für den wissenschaftlichen Film (IWF) entspricht.

Bei der Rückführung dieser Filme sollten die Ursprungsgesellschaften dabei unterstützt werden, sich auf eine Weise wieder mit dem Material zu beschäftigen, die ihren aktuellen Interessen und Bedürfnissen entspricht. Audiovisuelles Material sollte nicht nur restituiert werden, sondern die Enstehung von neuen Formen der Repräsentation anregen. Dazu gilt es, die Mechanismen der Filmproduktion neu zu konfigurieren, die mit Mechanismen der Reproduktion epistemischer und nicht-epistemischer Werte verwoben sind.

Das Ziel des Projektes ist es, neue und kollaborative Restitutionsmethoden zu erörtern, bei denen sich Künstlerinnen und Künstler und Filmemachende aus den Ursprungsgemeinschaften kritisch mit den historischen Aufnahmen auseinandersetzen und neue Formen der Repräsentation und des Diskurses entwickeln können.